Abweichung der Jahresmitteltemperatur in Brandenburg[1]

Quellen: Deutscher Wetterdienst (DWD) 2019

[1] Referenzzeitraum 1961-1990

Die letzten sieben Jahre zählen allesamt zu den zwölf wärmsten Jahren in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881. Der Klimawandel macht auch vor dem Osten der Republik nicht halt. In Brandenburg ist die Jahresmitteltemperatur während dieses Zeitraums um 1,3°C gestiegen (DWD 2019). Die Jahresmitteltemperatur lag seit 2000 – mit einer Ausnahme (2010) – immer über dem Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. Außerdem haben die Meteorologen eine deutliche Zunahme an Sommer- (> 25°) und Hitzetagen (> 30°C) und eine Abnahme an Frost- (zeitweise < 0°C) und Eistagen (ganztätig < 0°C) gemessen. Waren es im Referenzzeitraum noch durchschnittlich 6,5 Hitzetage pro Jahr, sind es mittlerweile 11,5 Hitzetage pro Jahr. Der Rekord mit 28 Hitzetagen wurde im Jahrhundertsommer 2018 gemessen (DWD).

Zwar wird sich die Jahresmenge an Niederschlag im Laufe dieses Jahrhunderts nicht wesentlich ändern. Es ist allerdings davon aus auszugehen, dass die Niederschläge im Norden Brandenburgs zunehmen und in Südbrandenburg abnehmen werden, sowie eine Verlagerung von den Sommer- in die Wintermonate (LfU 2019).

Diese Folgen sind bereits auch heute in der Lausitz spürbar. Der Sommer 2018 war auch der Trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. In diesem Jahr gab es allein in Brandenburg 512 Waldbrände.  Das entspricht etwa jedem dritten Waldbrand in Deutschland (Deutscher Bundestag 2019).[1] Die Trockenheit wirkt sich auf die Wasserführung der Flüsse und Seen sowie auf die Grundwasserneubildung aus. Neben der Landwirtschaft sind auch die Tourismusmagneten „Spreewald“ und das „Lausitzer Seenland“ davon betroffen. Im September 2018 rutschte eine Insel im Senftenberger See ab. Schuld war der stark gesunkene Wasserspiegel. Insgesamt gibt es seit 3 Jahren ein Niederschlagsdefizit von ca. 50 Prozent. Das sind etwa 250 Liter pro Quadratmeter (LfU 2020). Neben Dürreperioden werden auch andere Extremwetterereignisse wie Unwetter und Tornados zunehmen (Umweltbundesamt 2019).

Doch es gibt auch Chancen, die sich durch den Klimawandel ergeben. Denn die vermehrten Sonnenstunden und höheren Temperaturen wirken sich positiv auf den Wassertourismus aus.  Dazu kommt ein verändertes Reiseverhalten. Aufgrund der steigenden Temperaturen und anhaltende Hitzeperioden in Südeuropa werden nördliche Ziele attraktiver. Eine weitere Branche die davon profitieren wird, ist der Weinanbau. In Großräschen werden bereits heute Weinreben am Ufer des Großräschener Sees angebaut. Vermutlich haben wir bald öfters die Gelegenheit in einer milden Sommernacht die Abende mit einem Gläschen Lausitzer Weißwein ausklingen zu lassen.


[1] Ein weiterer Grund ist der sandige Boden in Brandenburg, da diese schneller austrocknen.


Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV

Marius Nagel

Kontakt: marius.nagel@b-tu.de

Beiträge können an die Redaktion des Lausitzblogs unter redaktion@lausitzblog.info geschickt werden.

Deutscher Bundestag 2019: Waldbrandgefahren in Deutschland. (Online verfügbar unter: https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/109/1910990.pdf.)

Deutscher Wetterdienst (DWD) 2020: Aus extrem wurde normal: Sommer in Deutschland, der Schweiz und Österreich immer heißer. (Online verfügbar unter: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2020/20200702_dach_news.html.)

Deutscher Wetterdienst (DWD) 2019: Referenzzeitraum 1961-1990. (Online verfügbar unter: https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimareport_bb/klimareport_bb_2019_download.pdf?__blob=publicationFile&v=5.)  

Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) 2020: Dramatischer Rückgang der Wasserspiegel in Nordbrandenburg. (Online verfügbar unter:   https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/panorama/2020/11/brandenburg-barnim-uckermark-seen-trockenheit-duerre-klimawandel-parsteiner-serwestersee-wasser.html.)

Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) 2019: Klimawandel: Das erwartet Berlin und Brandenburg bis 2100. (Online verfügbar unter:  https://www.rbb24.de/panorama/thema/2019/klimawandel/beitraege/klimawandel-berlin-brandenburg-zukunft-szenario-2100.html

Umweltbundesamt 2019: Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. (Online verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/das_monitoringbericht_2019_barrierefrei.pdf.)

Schreibe einen Kommentar